Schäreninseln

Göteborg ~ Vrångö ~ Donsö

20. Juni 2026

Eigentlich wollte ich heute morgen ganz früh los zu den südlichen Schäreninseln, insbesondere nach Vrångö. Aber als ich aufwachte war das Wetter mies - es schüttete. Beim Frühstück wurde es nicht besser, im Gegenteil es gewitterte und schüttete noch mehr, aber zum Glück war laut Wetterradar auch ein Regenende absehbar. Insofern ließ ich es etwas gemütlicher angehen und gegen kurz vor zehn stromerte ich durch den Nieselregen eine Runde durch die Stadt zum Kronhuset - das älteste Haus der Stadt und gleichzeitig heute eigentlich ein Ort mit Cafés und Kunsthandwerkern. Allerdings ist auch das Kronhuset am Mittsommer-Wochenende geschlossen.

Das späte Loskommen hatte auf jeden Fall einen Vorteil: ich konnte eine der seltenen Fähren nehmen, die den Fluss bis Stenpiren hinaufschippern anstatt erst ein gutes Stück Straßenbahn fahren zu müssen. Bei ab und zu leichtem Nieselregen schipperten wir in Richtung der Schäreninseln und ich nutzte die Gelegenheit an Bord eine warme Zimtschnecke zu genießen.

Auf Vrångö, der südlichsten der Schäreninseln angekommen, erwartete mich zur Begrüßung ein kurzer aber heftiger Schauer. Danach ging es aber endlich los die Insel erkunden. Die ganze Insel ist, bis auf das Dorf, das sich über die Mitte der Insel zieht, überwiegend ein Naturschutzgebiet. Da das südliche Naturschutzgebiet direkt am Fähranleger beginnt, spazierte ich zuerst da entlang. Der kleine Wanderweg ist traumhaft schön, am Meer entlang, ein wenig durch den Wald und immer wieder eine tolle Aussicht auf die kleinen vorgelagerten Inseln. Da die Sonne sich nun endgültig durchgesetzt hatte, hab ich mir immer wieder gemütliche Pausen mit toller Aussicht gegönnt und das Leben genossen.

Am Ende des südlichen Gebiets kam ich schließlich wieder im Ort an. Dort ging es über einen schmalen Weg noch zum alten Lotsutkiken, dem alten Lotsenausguck. Von dort hat man eine tolle Aussicht auf den Ort, die Insel und die vorgelagerten kleinen Inseln. Da es mittlerweile schon früher Nachmittag war, gönnte ich mir im kleinen Restaurant direkt am Hafen Fish&Chips.

So gestärkt gint es schließlich weiter, es gab da ja noch die Nordseite der Insel. Der Charakter der nördlichen Runde ist etwas anders als der der südlichen - etwas mehr Wald, weniger Meer und vor allem - zu meinem Leidwesen - mit ganz vielen Stechmücken. Hübsch war es trotzdem und es gab viel zu entdecken, z.B. kleine Wasserfälle.

Ganz ursprünglich hatte ich angedacht die drei großen Schären-Insel im Süden zu machen, aber bereits auf meiner Südrunde hatte ich beschlossen, dass eine gemütliche Runde mit Natur genießen viel mehr Spaß macht. Daher habe ich mich nach der ausführlichen Erkundung von Vrångö auf einen kurzen Abstecher nach Donsö beschränkt - dort hatte ich eine halbe Stunde Zeit einmal durch das Örtchen zu laufen.

Auch die Rückfahrt nach Göteborg bot wieder die ein oder andere Fotogelegenheit - ging aber viel schneller, da die Fähre nur nach Saltholem fuhr. Das heißt 40 Minuten weniger Fähre, dafür eine knappe halbe Stunde Straßenbahn.

Ich hatte mir ganz okaye Sushi organisiert, im Hotel ein wenig die Füße hochgelegt und mir dabei den Grottenkick der Deutschen in der 1. Halbzeit gegen die Elfenbeinküste angetan. Zur Halbzeit hatte ich genug davon, die Füße hatten sich erholt und es sah draußen nach einer schönen Dämmerungsstimmung aus, sodass ich meinen Laptop und meine Kamera geschnappt und mit der Fähre auf die andere Uferseite nach Eriksberg übergesetzt habe. Dort bin ich mit dem Spiel als Podcast am Ufer lang spaziert und hatte mich schließlich pünktlich vor den beiden Toren dazu entschieden, es mir auf einer Bank gemütlich zu machen und den Rest des Spiels zu schauen. Ich hatte nur nicht damit gerechnet, dass danach schon keine Fähren mehr fahren, sodass ich letztlich mit dem Bus zurückgefahren bin.