Das Wetter heute war das komplette Gegenteil von gestern - strahlend blauer Himmel und Sonne. Da ich früh aufgewacht war, ging es frischgeduscht um kurz nach sieben aus dem Haus, um die Fähre mal bei schönem Wetter zu fahren und die Sicht auf die Skyline zu genießen. Endlich konnte man die Aussicht und eine Prise Meeresluft um die Nase während der Fahrt genießen!
Danach holte ich mein Gepäck im Hotel und holte das Mietauto ab - auf vielfache Empfehlung hin wollte ich heute zu Peggy's Cove und den berühmten Leuchtturm besuchen. Bei der Recherche hatte ich dann festgestellt, dass da nicht nur Peggy's Cove ist, sondern die Straße einer der Scenic Drives ist, bekannt als die Leuchtturm-Route und etwas weiter auch noch ein UNESCO-Weltkulturerbe wartet. Wie immer zieht sich das mit dem Mietauto abholen immer ein wenig, aber schließlich ging es los. Die Fahrt war traumhaft schön - immer wieder ging as an Seen, Flüssen und oft genug direkt an der Atlantikküste entlang und ich musste mich zusammenreißen nicht dauernd Fotostopps zu machen.
Trotz meiner Fotostopps hatte ich es irgendwann bis zu Peggy's Cove geschafft. Aufgrund des zu späten Loskommens und der Fotostopps war ich eine gute Stunde später da, als ich mir das gedacht hatte - aber ob eine Stunde früher so viel weniger Menschen an Pegy's Cove gewesen wären, weiß ich auch nicht. Es war auf jeden Fall viel los - aber es leuchtet ein, weshalb Peggy's Cove ein absolutes Highlight ist.
Kurz hinter Peggy's Cove ist das Mahnmal für den SwissAir Flug 111. Der Flug, der am 02. September 1998 vor der Küste aufgrund eines Kabelbrands ins Meer gestürzt war, forderte das Leben aller 229 Menschen an Bord. Die Bergung des Flugzeugs wurde von den beiden Küstenorten Whalesback und Bayswater koordiniert - die beiden Küstenorte und die Absturzstelle bilden ein nahezu gleichseitiges Dreieck und befinden sich in direkter Sichtlinie zueinander. Dies spiegelt sich in der Form des Mahnmals wieder. Vom Mahnmal aus hat man wieder eine tolle Sicht auf Peggy's Cove. Von dort weiter auf dem Weg nach Chester habe ich die Leuchtturm-Route ein wenig abgekürzt und eine Halbinsel ausgelassen, aber sonst wäre das zeitlich ein wenig eng geworden. Chester ist ein kleines Dorf mit einigen netten kleinen Läden und vor allem der Fo'c'sle Tavern den ältesten Pub von Neuschottland - nur 15 Jahre jünger als Halifax.
Frisch gestärkt ging es weiter nach Lunenburg, die Innenstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe - es handelt sich um die am besten erhaltene britische Kolonialsiedlung. Gleichzeitig ist es die älteste deutsche Siedlung Kanadas und ist bekannt für ihre bunten und vielfältigen Hochhäuser. Von der anderen Seite des Lunenburger Hafens hat man eine schöne Sicht auf die Altstadt.
Am frühen Abend ging es zurück nach Halifax, dieses Mal auf der Autobahn. Nachdem ich auf Empfehlung der Crew des Hinflugs im Salt + Ash essen war, schnappte ich mir nochmal die Fähre - ich fotografiere Skylines ja zu gern im Dunkeln. Außerdem habe ich noch mit meiner Kamera ein wenig herumgespielt, wie schön man Georges Island auch im Dunkeln erwischen kann - mit bloßem Auge waren nur die Umrisse und die beiden Leuchtfeuer zu sehen. Als der Kameraakku nach dem langen Tag schleißlich leer war, machte ich mich gegen halb zwölf auf den Weg ins Hotel, ich war heute definitiv lang genug unterwegs gewesen.