Westcoast-Style

Nanaimo

06. Juni 2026

Kurz vor acht ging es los, in den Nordwesten von Nanaimo ins Inselinnere. Auf dem Weg stoppte ich nochmal bei <a href="https://kellyskitchencafe.com/">Kelly's Kitchen Café</a>, ich hatte das dringende Bedürfnis nach Blueberry-Pancakes. Kaum war ich dort angekommen, fing der Regen an und hörte erstmal nicht auf, auch nicht auf der Weiterfahrt. Da der Wetterbericht aber optimistisch war, dass man nicht den ganzen Tag nass wird und ich ja ein ganzes Stück Fahrt vor mir hatte, hoffte ich trotz heftiger Platzregen einfach das Beste. Ich wurde nicht enttäuscht - als ich bei den Little Qualicum Falls ankam, suchte ich mir sogar einen Schattenparkplatz. Das war aber etwas überambitioniert, nach einem Drittel der Runde kam nochmal ein ordentlicher Schauer, vor dem ich mich unter Bäumen versteckte. Zum Glück war der irgendwann aber auch vorbei und ich konnte weiter die Wasserfälle genießen - und bis ich bei den unteren Fällen ankam, schien schon wieder die Sonne.

Auf dem Weg weiter nach Cathedral Grove im MacMillan Park - wieder überwiegend im Regen - machte ich noch einen kurzen Fotostopp am Cameron Lake. Die wenigen Parkmöglichkeiten bei Cathedral Grove zeigen eindrücklich, weshalb die allgemeine Empfehlung ist, möglichst früh da zu sein, und warum es eine Auseinandersetzung darum gibt, ob der Parkplatz dort ausgebaut werden soll - was jedoch nur auf Kosten des Waldes ginge. Ich hatte aber Glück - es wurde gerade ein Parkplatz frei als ich ankam und kurz darauf ließ der Regen auch noch nach. So konnte ich in aller Ruhe die gigantischen und uralten Douglasien bewundern, die sind hier bis zu 76m hoch mit 9m Umfang und über 800 Jahre alt. Die kanadischen Behörden haben mit überwiegend Bohlenwegen einenn möglichst verträglichen Kompromiss geschaffen diesen uralten Wald und einen der wenigen verbleibenden gemäßigten Regenwälder einerseits zugänglich zu machen und andererseits aber vor allem auch zu erhalten und zu schützen. Neben den riesigen Douglasien gibt es auch viele "kleine" Riesen-Lebensbäume, die dort nur knapp 60m groß sind.

Von da ging es langsam wieder zurück Richtung Nanaimo, zunächst zum Old Country Market in Cooms. Er ist vor allem bekannt für die auf dem Dach weidenden Ziegen - eine irgendwie skurrile Sache. Davon ab ist der Markt für meinen Geschmack etwas zu touristisch, aber etwas zum Mittagessen ließ sich finden und als Fotostopp auf dem Weg alle mal geeignet.

Danach stand nochmal ein Park mit Wasserfall auf dem Programm, dieses mal die Englishman River Falls. Auch hier gibt es eine hübsche kleine Wanderrunde um die beiden Fälle herum, die ich bei Sonnenschein genießen konnte. Die Upper Falls ganz in der Nähe des Parkplatzes sind super schön und beeindruckend, während man von den Lower Falls gar nicht so viel sieht, da da ein großer Felsbrocken in der Schlucht davor eingeklemmt ist - was aber für sich wieder beeindruckend ist.

Da ich auf der Karte in der Nähe der Wasserfälle noch den Little Mountain entdeckt habe, ließ ich es mir nicht nehmen da einmal hochzufahren und den weiten Blick über die gigantischen Wälder bis zu den Bergen hinter Nanaimo schweifen zu lassen.

Zurück in Nanaimo suchte ich mir einen Parkplatz in Hafennähe und entdeckte ein weiteres Stück tolle Fassadenkusnt an der Bibiliothek. Am Hafen fuhr mit der Protection Island Ferry rüber nach Protection Island. Die Fähre kann nur mit Bargeld bezahlt werden - ich musste dafür extra Bargeld "kaufen" und hat eine weitere Besonderheit: der Warteraum, an dem die Fähre festmacht, ist selbst ein Schiff. Protection Island selbst ist eine winzige Insel (gerade mal 0,6km²) direkt neben Saysutshun, aber besiedelt von ~350 Einwohnern, die als Hauptfortbewegungsmittel Golfcarts nutzen. Zurückgehend auf einen ehemaligen Bürgermeister ist das meiste auf der Insel mit einem Piratenbezug benannt.

Aus meiner Sicht das Wichtigste ist aber, dass es dort einen super leckeren Eisstand, <a href="https://linktr.ee/piratespotion">Pirate's Potion</a>, und den einzigen schwimmenden Pub Kanadas, den <a href="https://www.dinghydockpub.com/">Dinghy Dock Pub</a>, gibt. Der Eisstand ist ein kleines, Inhaberin-geführtes Geschäft mit selbst gemachtem Eis in außergewöhnlichen Sorten und ist dabei auch noch super lecker und fair bepreist. Aufgrund der Öffnungszeiten habe ich den Nachtisch vorgezogen und dort sowohl Matcha & Weiße Schokolade als auch Blaubeer & Lavendel mit Schokostückchen genossen. Nach dem Nachtisch gings zur Hauptspeise in den Pub, der auf einem Dock gebaut ist, das ursprünglich als Yachthafen gedacht war. Ich ergatterte einem "Barplatz" in der ersten Reihe direkt am Wasser. Da die Sonne sich seit dem Nachmittag dageblieben war, hatte ich eine wundervolle Sicht über den Hafen Richtung Nanaimo und konnte so sehr entspannt meinen Aufenthalt in Nanaimo mit einem leckeren Abendessen ausklingen lassen. Da ich mich mit den Leuten dort dann verquatscht hatte, fuhr ich erst mit der letzten Fähre um 10 zurück um danach möglichst schnell ins Bett zu verschwinden.

Irgendwie war das der typischste aller typischen Canadian Westcoast Tage - Sonne und Regen wechseln sich permanent ab, beeindruckende Regenwälder, tolle Wasserfälle und eine frische Brise am Wasser um die Nase - ein sehr gelungener Abschied von Vancouver Island!